Aufbruchstimmung

Pressegespräch am 22.04.08

Stefan Bachmann und Veit-
Gunnar Schüttrumpf

Mit freundlicher Genehmigung des Achimer Kuriers (Uwe Dammann)

SPD-Perspektivprogramm trägt Titel "Ottersberg 2015"


OTTERSBERG. "Ist denn schon wieder Wahlkampf?", werden die Ottersberger Sozialdemokraten zurzeit öfters gefragt, wenn sie wieder einmal am Sonnabend in aller Frühe ihre Infostände vor dem Extra-Markt in Ottersberg, beim Bäcker am Bahnhof oder auf dem Marktplatz in Fischerhude am Eichenhof aufgestellt haben.

Nein, Wahlkampf ist nicht, auch wenn es hier Kugelschreiber und Broschüren mit SPD-Logo gibt. Die Ottersberger SPD scheint offensichtlich nach ihrer Wahlschlappe bei der Kommunalwahl aus der Schockstarre erwacht zu sein und sucht nun auch in "normalen Zeiten" an den Infoständen sowie am Stammtisch in den Kneipen das direkte Gespräch mit den Bürgern. Mit (zum Teil) neuen Köpfen und neuem Perspektivprogramm, das der Ortsverein "Ottersberg 2015" nennt, ist bei den Sozialdemokraten deutliche Aufbruchstimmung zu bemerken. Das bestätigen übereinstimmend Veit-Gunnar Schüttrumpf als neuer SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Stefan Bachmann als frisch gewählter Fraktionsvorsitzender. "Es gibt viele Diskussionen mit den Bürgern an den Infoständen, unser neuer Politikstammtisch ist gut besucht und unsere Mitglieder sind wieder motiviert, im Ortsverein mitzumischen", sagt Veit Schüttrumpf. Obendrein gebe es einige Neuaufnahmen.

"Wir wollen natürlich wieder dahin, wo wir einmal waren und möglichst unsere Fraktion erweitern", nennt Stefan Bachmann den Grund für die Aufbruchstimmung. Er meint die Fraktionsstärke, die bei der SPD nach der Wahl von 2006 von elf auf acht Köpfe schrumpfte. Doch die im Vergleich zu 2006 kleinere Fraktion ist aktiv: "Wir haben die GLO bei der Anzahl der Anträge an den Bürgermeister eingeholt", sagt Bachmann schmunzelnd.

Um den Bürgern vor Ort auch klar zu machen, wo die Sozialdemokraten politisch hin wollen, arbeitet der Ortsverband derzeit an dem Perspektivprogramm. "Wir hoffen, dass wir das Programm bis 2010 fertig haben", sagt Veit-Gunnar Schüttrumpf. Enthalten sollen darin alle Themenfelder sein, die derzeit in Ottersberg anstehen. Schule, Verkehr und Wirtschaft: "Aber die Finanzplanung liegt uns besonders am Herzen", sagt Schüttrumpf, der beruflich als Unternehmensberater arbeitet. Schüttrumpf schüttelt immer noch den Kopf, wenn er daran denkt, dass das Haushaltsloch in Ottersberg innerhalb weniger Monate von 1,5 Millionen Euro auf nunmehr 450 000 Euro schwand. Die Prognosen des Fehlbetrages seien im Laufe eines Jahres drei mal in völlig verschiedene Richtungen um erhebliche Beträge zwischen 300 000 und 1 000 000 Euro korrigiert worden. "So kann man keine verantwortungsvolle Kommunalpolitik machen", ergänzt Stefan Bachmann und verweist darauf, dass die "bunte Gruppe" aus SPD, Grüne, GLO und FBO die "Giftliste" der Verwaltung verhindert habe.

Wie berichtet, hatte die Verwaltung nach dem prognostizierten Millionenloch im Etat eine Streichliste vorgelegt, nach dem bei allen Vereinen und Institutionen Kürzungen vorgenommen werden sollten. Auch für die Zukunft signalisiert die Ottersberger SPD in manchen Bereichen keine Bereitschaft, Einsparungen vorzunehmen. "Beispielsweise in der Jugendarbeit, die professionell gestaltet werden muss oder im Bereich der Bereitstellung von Krippenplätzen in den kommunalen Kindergärten", sagt Bachmann und gibt sich kämpferisch. "Wir werden die Themen vorantreiben."